27 Mrz

East Side Gallery

Die East Side Gallery besteht aus eindrucksvollen Bildern, die von 118 Künstlern aus 21 Ländern auf den Überresten der Berliner Mauer aufwendig gestaltet wurden. Nach dem 9. November 1989 dauerte es nicht lange, bis die ersten Künstler anfingen die Ostseite der Mauer zu verzieren. Dabei entstand auf einer Länge von 1,3 Kilometern die längste  Open-Air-Gallery der Welt, welche bis heute viele Touristen in die Hauptstadt Deutschlands zieht. Dort bewundern sie, wie zahlreiche Künstler ihrer Kreativität freien Lauf gelassen haben, um ihre Freude über die Wiedervereinigung zu symbolisieren. Dabei übermittelten sie durch ihre individuellen Botschaften und Werke vor allem, wie stark der Wunsch nach Freiheit war, der sich letztendlich gegen die Gewalt durchgesetzt hat. Durch die Bedeutung jedes einzelnen Werkes und die historischen Umstände wurde die Mauer vor dem Abriss bewahrt – Zum Glück, denn somit können Menschen aus aller Welt ein Teil der Geschichte hautnah miterleben.  

Wir haben uns einige Werke herausgesucht, welche auf der Mauer verewigt wurden, um die tiefe Bedeutung dahinter zu verdeutlichen: 

„Der Trabant“ von Birgit Kinder, 1989

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Das berühmteste Auto der DDR wurde von Birgit Kinder auf den Überresten der Mauer unsterblich gemacht. Das Werk zeigt einen Trabanten, der die Mauer durchdringt und verbildlicht, wie zahlreiche Menschen in den Westen fliehen wollten. Auffällig ist dabei das Kennzeichen, welches das Datum des Mauerfalls auf sich trägt. Zudem lässt die Farbe auf unterschiedliches Empfinden der Grenzseiten schließen. Der Westteil ist blau dargestellt, was für Harmonie und Frieden steht. Ebenfalls auch für die Sehnsucht, welche sich als Sehnsucht nach Freiheit vermuten lässt. Dem wird das Grau der Bruchteile  der Mauer von der Ostseite entgegengesetzt. Grau stellt das Mischverhältnis zwischen Schwarz und Weiß dar und symbolisiert das Undurchdringliche. Die Veranschaulichung des Grenzverhaltens zeigt, dass zu der Zeit kein Weg durch und an der Mauer vorbeiführte. Auch die Stimmung wird durch diese Farbe deutlich, da sie etwas bedrückendes und unglückliches ausstrahlt. Insgesamt wird dadurch klar, wie positiv der Westen assoziiert wird von Menschen aus dem Osten und wie negativ und einsperrend sie dagegen ihre Seite der Mauer empfunden haben. 

„Mauerspringer“ von Gabriel Heimler, 1989

Auf diesem Werk sieht man einen Mann, welcher den Sprung über die Mauer wagt, wodurch es seinem Titel gerecht wird. Durch das Zurückschauen des Mannes lässt sich vermuten, dass der Mann vor etwas flieht. Er flieht von der Ostseite rüber auf die Westseite. Den Westen assoziierten viele mit der Freiheit und einem besseren Leben. Sie wollen raus aus der Diktatur, um diese Vorstellung die sie vom Westen haben, mitzuerleben und frei zu sein. Hierbei sticht vor allem das Gelb heraus. Man verbindet diese Farbe mit der Sonne, wobei sie auch für Erleuchtung und Lebensfreude stehen kann. Somit veranschaulicht man die hohen positiven Erwartungen die man mit einem „Mauersprung“ in den Westen hat. Der Hintergrund, somit der Ostteil ist eher mit düsteren Häusern dargestellt und der Himmel ist rot. Rot gilt allgemein als Signalfarbe, welche Gefahr verdeutlichen soll. Auch in diesem Werk ist somit der Ostteil, der Teil Deutschlands, den die Menschen als eine Gefahr und eine Art Gefängnis sehen. Der Westen ist dabei der Hoffnungsträger der Menschen, unter dem sie sich die gewünschte Freiheit versprechen.   

Von Carolina Liess